A classroom with empty desks and chairs, and posters on the wall depicting human lungs, nature scenes, and animals.

Von der Idee zum Ort ...

– wie das Bandbüro Chemnitz entstand.

“Wenn in schrumpfenden Städten vermeintlich mehr möglich ist, so scheitert es daran, dass die geschrumpfte Bevölkerung und Kommunalpolitik weniger Empathie für diese Freiräume aufbringt.“ - Quelle: Stadtteilmanagement Reitbahnviertel (Herausgeber): Wall of Femme, Chemnitz 2011.

Chemnitz, eine Stadt geprägt von Leerstand und demografischem Wandel – und gleichzeitig eine Stadt voller kreativer Energie, die Raum sucht. Genau hier beginnt die Geschichte des Bandbüro Chemnitz e. V.

Die Ausgangslage

Sachsen verfügt über eine vielfältige Musiklandschaft, doch lange fehlte eine zentrale Anlaufstelle, die Musiker:innen gezielt unterstützt, berät und vernetzt. Bezahlbare Proberäume, Ateliers und Studios waren Mangelware – geeignete Gebäude oft von Insolvenz bedroht oder bereits geschlossen. Die Erkenntnis wuchs: Leerstand muss als Chance begriffen werden.


Von der Idee zum Konzept

2008 formierte sich eine Gruppe von Musiker:innen, um gemeinsam mit der Stadtverwaltung Lösungen zu entwickeln. In Gesprächen mit Oberbürgermeisterin und Kulturamt entstand ein neues Verständnis von Musikförderung – nicht als Jugendarbeit, sondern als eigenständige kulturpolitische Aufgabe. Maßgeblich vorangetrieben von Holm Krieger und Sören Gruner entstand ein umfassendes Konzept zur Förderung der Chemnitzer Musikszene.

Vom Papier in den Raum

2009 reifte die Idee, die ehemalige Karl-Liebknecht-Schule am Brühl zu einem Musik- und Kreativzentrum umzunutzen – dem späteren Musikkombinat. Parallel entstanden Förderansätze für Workshops und Weiterbildung, die schließlich zur Grundlage für das Bandbüro Chemnitz und die Bandakademie Chemnitz wurden.

Erste Schritte

2010 wurde das Bandbüro Chemnitz erstmals öffentlich sichtbar – mit dem B51-Festival auf dem Brühl. Es folgten die ersten Workshops der Bandakademie und die Gründung einer Arbeitsgruppe Musikförderung, in der Kulturschaffende und das Kulturbüro gemeinsam an der Weiterentwicklung arbeiteten.

Gründung des Vereins

Am 13. Dezember 2011 wurde der Bandbüro Chemnitz e. V. gegründet – als strukturelle Grundlage für den Betrieb des geplanten Musikkombinats. Bereits zuvor hatte das Bandbüro mit Projekten wie der „Jungen Bühne" beim Stadtfest und einem internationalen Bandaustauschprogramm auf sich aufmerksam gemacht.

Vom Schulgebäude zum Musikkombinat

2012 begann die schrittweise Reaktivierung der ehemaligen Karl-Liebknecht-Schule – trotz jahrelangen Leerstands, Vandalismus und erheblicher Bauschäden. Mit Förderprogrammen, Kooperationspartner:innen und viel ehrenamtlichem Engagement wurden Raum für Raum nutzbar gemacht. Im Herbst 2012 zog das Bandbüro in die Mühlenstraße ein. Heute sind sämtliche Räume dauerhaft vergeben.

ehemalige Karl-Liebknecht-Schule am Brühl

An empty classroom with rows of student desks and chairs, and shelves on the back wall adorned with black cat silhouettes.
A room with a human skeleton model wearing a white cap, a desk with colorful paper trays, and two red chairs.
An indoor room with a wooden wardrobe, three red chairs, a small table with a bottle and bowl, and a window with potted plants overlooking trees.
An empty classroom with blackboards, student desks, a teacher's desk, a large wall map, and a set square on a stand.
An empty classroom with educational posters, including diagrams of lungs and nature-themed collages, on the walls.
Black and white fisheye view of old city buildings and a bare tree next to a street under a cloudy sky.

…bis Heute

Die Nachfrage nach Beratung, Workshops und Netzwerkformaten wächst stetig. Aus ihnen sind zahlreiche Kooperationen und Projekte entstanden. Das Bandbüro Chemnitz e. V. setzt sich weiterhin dafür ein, stabile, faire und zukunftsfähige Strukturen für die Musikszene in Chemnitz und darüber hinaus zu schaffen.